Neueste Trends in der Cyberkriminalität

Do 10 Juli 2008 06:00, Sheriff Baker, 1005 views

Neueste Trends in der Cyberkriminalität

Trend Micro presentiert sein ‘Trend Micro 1H 2008 Threat Round-up and Forecast’ (PDF). Hierin wird über die wichtigsten Bedrohungen des letzten Halbjahrs berichtet, und über die Erwartungen in den kommenden sechs Monaten.

Cyberkriminelle verwenden nicht nur die neuesten Technologien, sondern

auch nachgeahmte Webdesigns, um sowohl Privatpersonen als auch Firmen zu schaden. Das führte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres zu einer enormen Zunahme an Web-Bedrohungen. Im März konstatierte Trend Micro 50 Millionen Web-Drohungen, im Dezember 2007 waren es noch 15 Millionen! Andererseits wurde eine Abnahme von Ad- und Trackware, Keyloggers und Freeloaders festgestellt. Diese Technologien sind immer mehr Sicherheits-Lösungen nicht mehr gewachsen.

Die Webkriminellen wissen allerdings auch, wie sie die Standard-Methoden kontinuierlich konform den letzten Trends updaten können. So missbrauchen sie bsw. die Technologie, die hinter den sozialen Netzwerken steckt. Trend Micro entdeckte im März 2008 mehr als 4.000 aktive Phishing-Kits, die auf Web 2.0-Sites, so wie soziale Netzwerkseiten, VoIP-Sites und Sites, wo Nutzer Videos teilen, angesetzt waren. Ausserdem waren Gratis-E-Mail-Anbieter, Banken-Websites und die von Online-Retailer Opfer von Pishing. Dazu waren bösartige E-Mails im Umlaufe, die vor Pishing-E-Mails warnten. Im Februar traf Trend Micro einen Voice-Phising-Versuch (Vishing).

Hiermit werden Internet-Besucher auf eine legitime Website geschickt, auf der eine falsche Telefonnummer stand. Wenn sie dann diese Nummer anriefen, dann wurden sie nach Kontonummer und Pincode gefragt. Ausserdem gewinnt die Fast-Flux-Methode an Popularität, bei der die Netzwerk und IP-Adressen eines Domainnamens sich schnell verändern. Ein bewährter Trick, um Pishing-Adressen länger in der Luft zu halten.

"In unserem Report steht deutlich beschrieben, wie sich die Cyberkriminellen mit der Zeit immer weiter entwickeln - sie verwenden immer weniger veraltete oder geschwächte Techniken. Anstelle davon legen sie dene Focus auf lukrative Bedrohungen, die mehr einbringen", sagte Raimund Genes, CTO von Trend Micro.

Was Trend Micro noch so auffiel:

* Wichtige Websites, so wie die von Behörden und von Firmen aus der Fortune® 500, werden besonders gern angegriffen. Im Januar 2008 geschah es mit einer SQL-Infektion.

* Mobile Angriffe sind lediglich in kleinem Stil registriert worden.

* Cyberkriminelle werden bei ihren Angriffen immer genauer. So greifen sie bsw. die Bankkonten von Führungspersonal an.

* Im Januar und Februar 2008 waren besonders viele Bots aktiv. Im März gab es dann einen unerwarteten und schnellen Rückgang der Bots-Zahl.

Trend Micro kommt für die folgenden sechs Monate mit folgenden Prognosen:

* Vertrauen bei den PC-Nutzern zu erlangen, wird die wichtigste Methode bleiben, um zuzuschlagen. Trend Micro erwartet rund um Ereignisse wie die Olympischen Spiele, die US-Wahlen und die Festage besonders viele Angriffe.

* Die Angreifer werden weiter nach den Schwachpunkten in der Software Dritter Parteien wie QuickTime, Adobe Flash und RealPlayer suchen.

* Dialers und Keyloggers werden zahlenmässig zurück gehen. Auch der Einsatz von Greyware, so wie Trackware und das Kapern von Browern wird zurückgehen, einfach, weil diese Malwareformen nicht mit Botsnetz mit Millionen Mitgliedern konkurrieren können.

* Die Zahl der Spammails wird dramatisch steigen, auf bis zu 50 Milliarden E-Mails pro Tag. Während der Olympischen Spiele und der Feiertage können es bis zu 170 oder 180 Milliarden pro Tag sein!

* Sowohl Spam als auch Pishing werden in gemischten Angriffen eingesetzt. Ungefähr 0,2 Prozent - einer auf 500 Webaufrufen - wird zu Seiten geschickt, die auf infizierten PC's gehostet werden. Es sieht so aus, als ob dieser Trend anhält.

* Bots und Botsnetze bleiben weiter eine wichtige Rolle bei Bedrohungen wie Spam, Info-Diebstahl spielen.

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